Die hauptsächlichen Verbreitungsgebiete von Erdställen liegen in
- Südost-Deutschland, v.a. in den bayerischen Bezirken Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern
- Nord-Österreich, v.a. in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich
- Süd-Tschechien, v.a. in Südmähren.
Einen detaillierten Eindruck vermittelt die folgende Karte:

Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einer Verbreitungskarte von Erdställen in Mitteleuropa, die auf Basis von Daten des Arbeitskreises für Erdstallforschung erstellt wurde (vollständige Karte im Historischen Lexikon Bayerns). Sie zeigt die Positionen einiger hundert unterirdischer Anlagen, deren Existenz dokumentiert wurde. Viele von ihnen sind allerdings nur unvollständig erhalten, andere mittlerweile zerstört.
Viele ältere Erdstallverbreitungskarten zeigen deutlich mehr angebliche Erdstallorte (die Angabe lautet häufig “bis zu 700 in Bayern”); in solchen Fällen sind allerdings auch viele bislang nicht bestätigte Hinweise einbezogen worden.
Betrachtet man die Orte, wo Erdställe gefunden wurden, etwas genauer, landet man fast immer im ländlichen Raum. Dort liegen die Erdställe …
- meist auf dem Gelände von Bauernhöfen (teils innerhalb, teils außerhalb dörflicher Siedlungen),
- zuweilen im Bereich von Kirchen,
- sehr selten bei Burgen.
Abseits von heutigen Siedlungsstellen wurden nur ganz wenige Erdställe entdeckt; hier ist es oft schwierig zu beurteilen, ob zur Nutzungszeit dort nicht vielleicht ebenfalls Gebäude standen.
Es drängt sich die Frage nach bis dato noch unentdeckten Erdställen auf, und wo man nach ihnen suchen müsste.
In der Vergangenheit sind Erdstallforscher häufig mündlichen Erzählungen oder alten Sagen nachgegangen, in denen von unterirdischen Gängen die Rede war. Andere wiederum haben in Gegenden, in denen sie Erdställe vermuteten, die Menschen systematisch nach Hinweisen befragt.
Nach wie vor allerdings werden viele Erdställe nur durch Zufall entdeckt, z.B. bei Bauarbeiten oder nach Einbrüchen im Gelände.
☞ In solchen Fällen ist es sehr wichtig, dass die frisch aufgefundenen unterirdischen Gänge sofort gemeldet werden, damit sie zeitnah und noch möglichst im Originalzustand untersucht werden können. U.a. sind es Denkmalschutzbehörden, Heimatpfleger und Erdstallforscher, die solche Meldungen entgegennehmen.